Veröffentlichungen

Birdwatch

Echo online

07.10.2013

BÖLLSTEIN. Es herrschte an diesem Oktobertag nicht gerade das optimale Wetter, um Zugvögel zu zählen: Grau und verhangen präsentierte sich die Landschaft, dazu blieben die Temperaturen bei zehn bis 13 Grad stecken, und gelegentlich setzte Nieselregen ein. Bei solchen Verhältnissen bleiben Menschen lieber da, wo sie sind, und gehen nicht auf Reisen. Dass Vögel sich da anders verhalten, erlebten aber jene Männer und Frauen, die sich dennoch in die Natur begaben. Auf Einladung des Naturschutzbundes Odenwaldkreis (Nabu) zusammengefunden hatten sich rund 20 unverdrossene Vogelfreunde, um in zwei Etappen mit Notizblock und Fernglas am Odenwälder Himmel nach Vögeln Ausschau zu halten. Von 7.30 bis etwa 11 Uhr versammelten sie sich auf der Nonroder Höhe in der Nähe von Fränkisch-Crumbach, am Mittag ging es dann an den Sendemast beim Brombachtaler Ortsteil Böllstein. Ihre Vogelzählung unternahmen die insgesamt rund 20 Beobachter innerhalb des World- und des Euro-Birdwatch-Tags, bei dem jeweils länderübergreifend Bewegungen und Vorkommen von Vogelarten erfasst werden. Es geht um Exemplare und Gattungen Gezählt werden sowohl die gesichteten Individuen wie auch die vorkommenden Gattungen. Ist die Zählung abgeschlossen, werden die in ganz Deutschland gesammelten Werte an den Nabu-Bundesverband übermittelt. Dort werden sie in einem Dokumentationspool zusammengefasst und ausgewertet. Diese gesammelten Informationen können Aufschluss über Schwankungen in den einzelnen Vogelbeständen geben und liefern auch Hinweise darauf, welchen Gefahren die Vögel bei ihrer jährlichen Reise in wärmere Gefilde ausgesetzt sind. Über 50 Millionen Zugvögel verlassen jeden Herbst ihre Brutgebiete in Deutschland, um gen Süden zu ziehen. Noch einmal deutlich größer ist die Zahl derer, die aus weiter entfernten Gebieten kommen und auf ihrer Reise in Bundesgebiet Zwischenstation machen oder hier zu überwintern. Der Buchfink wird am häufigsten gesichtet Trotz der eher unvorteilhaften Verhältnisse war Lothar Müller, Mitglied des Nabu-Kreisverbands Odenwaldkreis und Mitorganisator des Birdwatch-Tages durchaus zufrieden mit den Ergebnissen der Zählung. 1014 Vögel und 25 verschiedene Vogelarten machten die Helfer aus. Der am häufigsten beobachtete Vogel war der Buchfink, gefolgt von Dohle, Feldlerche, Star und Wiesenpieper. Das ist im Vergleich zu den Vorjahreserhebungen kein schlechtes Ergebnis. Seit drei Jahren nimmt der Nabu Odenwaldkreis an Birdwatch teil, in dieser Zeit wurden im Durchschnitt bei jeder Zählung etwa 1500 Vögel und 37 Arten beobachtet. Um bei der Gesamtauswertung keine Ungereimtheiten entstehen zu lassen, werden die Wetterverhältnisse mit erfasst und fließen entsprechend in die Auswertung ein. Weniger zufriedenstellend fiel für die Vogelkundler der erhoffte Zulauf interessierter Bürgerinnen und Bürger aus. Auch hier wird das schlechte Wetter eine Rolle gespielt haben. Neben den rein praktischen Aspekten der Zählung wollte der Nabu diesen Aktionstag auch nutzen, um die Öffentlichkeit für Vogelkunde und die Notwendigkeit von Schutzmaßnehmen zu interessieren und zu sensibilisieren. „Ich kann nur schützen und bewahren, was ich kenne“, fasste Müller die Grundidee hinter der Aktion zusammen. Größere Besucherzahlen blieben allerdings aus. Erst am späten Nachmittag kamen dann schließlich doch noch ein paar interessierte Sachunkundige vorbei, um sich informieren zu lassen. Auch der ornithologische Höhepunkt des Tages ließ bis kurz vor Schluss auf sich warten. Eigentlich waren die Beobachter schon halb auf dem Heimweg, als einer von ihnen noch eine ungewöhnliche Entdeckung machte: auf einem Feld unweit des Funkturms hatten sich fünf Heidelerchen niedergelassen – Exemplare einer Vogelart, die hierzulande eigentlich nicht vorkommt. „Für einen Vogelfreund war das schon ziemlich spektakulär und ein gelungener Abschluss dieses Tages“, so Müller.

Steinbuch 01.08.2013

NABU POSITIONSPAPIER WINDENERGIE ODENWALDKREIS

An den Landrat des Odenwaldkreises und die Bürgermeister der Städte und Gemeinden des Odenwaldkreises,

der Landesverband NABU Hessen hat sich in seinem Positionspapier von 2011 eindeutig zum Ausbau der Windenergie in Hessen bekannt. Im Odenwaldkreis hat der NABU-KV-Odenwaldkreis vom 15.04.2012 ebenfalls mit seinem Positionspapier diese Zielvorstellungen bekräftigt.

Wenn erneuerbare Energien Klima und Umwelt schützen sollen, muss aber gewährleistet sein, dass Mensch, Natur und Umweltbelange auch ernsthaft respektiert werden. Dies sieht der NABU in der derzeitigen Entwicklung der Windkraft im Odenwaldkreis als nicht gegeben an und kritisiert folgende Punkte:

 

1.) Regionalplanung und Flächennutzungsplanung laufen parallel

Regionalplanung und Flächennutzungsplanung werden im Odenwaldkreis zurzeit parallel geführt. Der NABU-KV-Odenwaldkreis ist maßlos schockiert, dass die Regionalplanung Vorranggebiete über 13% der Fläche des Odenwaldkreises ausweisen will, ohne dies mit den lokalen Akteuren rückzukoppeln.

Trotz der Einigung auf einen Flächennutzungsplan im Odenwaldkreis, der mit erheblichem Aufwand finanzieller Mittel entwickelt wird und für alle Beteiligten mit hohem Arbeitsaufwand und Belastungen verbunden ist, gibt es Informationen über Kartierungen und Unter-suchungen außerhalb dieser Flächen, vornehmlich beauftragt durch die Windindustrie. In Hinblick auf die Regionalplanung sieht der NABU mit Sorge eine Parallelplanung entstehen, welche den FNP letztlich übergeht und flächenmäßig nicht mehr zu tolerieren ist. Trotz mehrfacher Anfragen des NABU-LV-Hessen ist das RP Darmstadt nicht bereit, diesen in Flächenplanungen zum Thema Windkraft einzubeziehen. Das ist aufgrund der lokalen Kenntnisse der Naturschutzvereinigungen vor Ort  im speziell hochsensiblen Gebiet der Waldfläche im Odenwaldkreis nicht nachvollziehbar undentspricht nicht deren Vorstellungen von Transparenz und Kommunikation.

 

2.) Suchräume in Tabuzonen

Im Flächennutzungsplan ist immer noch das EU-Vogelschutzgebiet (VSG) 6420-450 „Südlicher Odenwald“ mit einer Größe von weniger als 10.000 Hektar enthalten. Vogelschutzgebiete unter 10.000 Hektar müssen als „harte Ausschlusskriterien“ ebenso gelten wie überregional bedeutsame Brut- und Rastplätze, besonders wertvolle Waldgebiete wie z. B. das FFH-Gebiet 6218-302 „Buchenwälder des vorderen Odenwaldes“, oder überregional bedeutsame Vorkommen von kollisionsgefährdeten Fledermausarten.

Aber auch mit der Lebensqualität und Gesundheit des Menschen sollte unter keinen Umständen leichtfertig umgegangen werden, so dass Abstandsregelungen zur Wohnbe-bauung und auch Einzelhöfen von 1000 m dringend einzuhalten sind!

Um den maximalen Schutz der Natur weiterhin zu gewährleisten und Wildwuchs durch WEA zu verhindern, ist es dringend notwendig, diese Ausschlussflächen zu definieren und gesetzlich zu schützen, in denen unter keinen Umständen WEA gebaut werden dürfen.

Die verantwortlichen Vertreter der Gemeinden und Städte müssen endlich erreichen, dass diese Flächen aus der Regionalplanung und Flächennutzungsplanung entfernt werden.

 

3.) Flächennutzungsplan muss verbindliche Grundlage sein und Ausschlussflächen
      für Windkraft müssen gesetzlich verankert werden

Gebiete außerhalb des FNP sind als Vorranggebiete gänzlich auszuschließen. Solange die Flächennutzungsplanung nicht abgeschlossen ist und nicht in Abstimmung mit den Natur-schutzvereinigungen vollzogen wurde, muss ein Genehmigungsstopp für weitere Anlagen gelten.

 

4.) Windkraft-Tabuzonen gemeinsam mit den Naturschutzverbänden festlegen

Der NABU ist ebenfalls in die Vorbereitungen zur 2. Offenlage des FNP nicht einbezogen. Er ist nicht als Berater  in naturschutzfachlichen Belangen in die Planungen der Kommunen integriert. Auch auf kommunaler Ebene wird die fehlende Kommunikation und Transparenz stark kritisiert.

 

5.) Flächen, die nicht im FNP enthalten sind, müssen sofort aus der Suchraumkulisse
     entfallen. Stopp den Privilegierungsverfahren.

Der NABU sieht mit großer Sorge, dass über die FNP-Gebiete hinaus Wildwuchs nach dem Privilegierungsverfahren betrieben wird. Erst kürzlich wurde mit dem Projekt Geisberg ein Fallbeispiel geschaffen, bei welchem die Bürger mit ansehen mussten, dass trotz Ablehnung des Gebietes aufgrund unzureichender und fehlender Gutachten fast 5 Hektar Wald gerodet wurden und nun bereits die 5 Fundamente der gigantischen Anlagen gegossen wurden.

 

Zusammenfassung

Der Odenwald ist eine einzigartige struktur- und artenreiche Naturlandschaft. Diese zu erhalten muss unsere vorrangige Aufgabe sein.

In den Medien wird der natur- und umweltverträgliche Ausbau der Windenergie im Wald propagiert. Die Realität sieht oft anders aus. Das Ignorieren der Empfehlungen von Naturschutzvereinigungen und die Zerstörung von Flächen ohne genügend Erfahrungs-werte, Untersuchungen und Gutachten, wie es gerade im Wald geschieht, sind nicht nachvollziehbar. Aus oben genannten Gründen appelliert der NABU an die Verantwortlichen der Städte und Gemeinden ihrer Verantwortung gerecht zu werden und während der laufenden Verfahren keine weiteren Flächen mehr freizugeben. Außerdem fordert der NABU mehr Transparenz und Kommunikation. Bitte helfen Sie uns hier gegebenenfalls gegen Einzelinteressen zu argumentieren und sehen Sie den Begriff der Wertschöpfung nicht nur unter finanziellen Kriterien. Wir dürfen Natur und Energie nicht gegeneinander ausspielen und müssen eine wertgleiche Betrachtung von  Natur-, Arten- und Umweltschutz erreichen.

Im Hinblick auf die Regionalplanung, welche die Vorgehensweise des FNP komplett ignoriert, müssen wir uns gemeinsam unterstützen, damit Planungen vor Ort ihren Wert behalten und unserem hohen Anspruch gerecht werden können.

Damit wir nicht zerstören, was wir schützen wollen, sehen wir einem kooperativen Kontakt positiv entgegen.

Mit freundlichen Grüßen

 

Gerhard Germann

Echo online

20. Juli 2012

 

Regierungspräsidium: In Hessen gibt es immer mehr Biber

 

DARMSTADT.

In Hessen gibt es immer mehr Biber. Laut dem aktuellen Biberbericht des Regierungspräsidiums Darmstadt kletterte die Zahl der Tiere im vergangenen Jahr auf rund 240. Die Nager täten der Natur gut, richteten gelegentlich aber auch Schäden an, sagte Jürgen Siek vom Regierungspräsidium der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er ist Hessens „Bibermanager“. Nach Sieks Angaben beträgt der „Biberetat“ des Landes jährlich 25.000 Euro. Mit dem Geld würden Schäden ersetzt, etwa gefällte Obstbäume. Außerdem kaufe das Land in Einzelfällen Grundstücke, auf denen Biber lebten. Seit der Neuansiedlung der Tiere Ende der 1980er Jahre habe Hessen zwischen 60 und 70 Hektar Land erworben.
In den vergangenen fünf Jahren stieg die Zahl der Biber hierzulande pro Jahr um mehr als 20 Exemplare. Mark Harthun vom Naturschutzbund (NABU) Hessen geht davon aus, „dass Hessen bald viele hundert Biber hat“.
Vor mehr als 300 Jahren hatte die Geschichte des Bibers im Gebiet des heutigen Hessens vorerst ein Ende: Er starb aus. Im Jahr 1987 gab es dann einen Neuanfang. 18 Exemplare wurden im Main-Kinzig-Kreis bei Sinntal ausgewildert. Zunächst lebten sich die Biber nur langsam wieder ein. 1999 wurden gerade einmal 61 in ganz Hessen gezählt. Seit 2007 steigt die Zahl der Biber aber rasant - um mehr als 20 Tiere pro Jahr.
Im Main-Kinzig-Kreis, wo die ersten Biber ausgesetzt wurden, befinden sich heute 42 der 73 Biberreviere Hessens. Im Landkreis Fulda und in der Wetterau sind es jeweils zehn Reviere. Der nördlichste Biber Hessens lebt nach Angaben des Regierungspräsidiums Darmstadt bei Bebra im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Der südlichste Dammbauer sei an der Mümling bei Bad König im Odenwald anzutreffen.

Brigitte Schulz-Vetter aus Brensbach sowie der Ortsbeirat Steinbuch, vertreten durch Jürgen Weyrauch (links), und der Imkerverein Erbach-Michelstadt, vertreten durch Rüdiger Hauschild (rechts) Foto: Landratsamt
Brigitte Schulz-Vetter aus Brensbach sowie der Ortsbeirat Steinbuch, vertreten durch Jürgen Weyrauch (links), und der Imkerverein Erbach-Michelstadt, vertreten durch Rüdiger Hauschild (rechts) Foto: Landratsamt

Odenwälder Journal

14. Juni 2012

 

Odenwaldkreis. Als besonders förderungswürdig war das hohe Engagement von Brigitte Schulz-Vetter eingestuft worden, die seit 25 Jahren im Naturschutzbund (Nabu) aktiv ist. Ihr besonderes Augenmerk richtet sie auf die Pflege von verletzten Wildvögeln wie Mauerseglern, Wintergoldhähnchen oder Graureihern, doch widmet sich die Brensbacher Bürgerin auch dem Schutz von Amphibien und Fledermäusen, der Betreuung und Säuberung von rund 300 Nisthöhlen und der Biotop-Pflege an der Feuchtwiese bei Nieder-Kainsbach. Darüber hinaus kümmert sich die Naturschützerin um Aufgaben der Öffentlichkeitsarbeit und sie übernimmt naturkundliche Führungen. Brigitte Schulz-Vetter zeigte sich sehr erfreut darüber, auch einmal „von offizieller Stelle“ Anerkennung zu bekommen. Sie wünscht sich, dass mehr Menschen für die Vogelpflege aktiv werden, und sprach die Überlegung an, dass Schulen und Kindergärten den Schutz der gefiederten Geschöpfe zum Thema machen könnten.
„Engagement, wie es Schule machen sollte“, bescheinigte Landrat Dietrich Kübler bei der Preisvergabe auch dem Steinbucher Ortsbeirat, der von Jürgen Weyrauch vertreten wurde. Das Gremium hatte vor 15 Jahren mit Umwelttagen und Müll-Sammelaktionen begonnen und seine Einsätze bis heute um vielerlei Tätigkeiten erweitert. Jürgen Weyrauch umschrieb sie als „zwischen Ernst und Geselligkeit“ angesiedelt, dienten und dienen sie doch auch der Belebung der Dorfgemeinschaft. Als Beispiele wurden das Säubern und Rückschneiden von Hecken, Pflanzungen von Laub- und Hochstammobstbäumen, die Reinigung von Fließgewässern oder die Anlage eines Amphibienteiches genannt.
Der Imkerverein Erbach-Michelstadt bewirtschaftet rund 350 Bienenvölker in diesen beiden Orten einschließlich ihrer Stadtteile. Publik wird seine Arbeit im Interesse des Natur- und Artenschutzes vor allem beim Michelstädter Bienenmarkt und den dortigen Bienenköniginnen-Versteigerungen. Imker-Vertreter Rüdiger Hauschild unterstrich das Verantwortungsbewusstsein der Imker für Umweltschutz und Landwirtschaft. Er machte auch darauf aufmerksam, dass 85 Prozent der landwirtschaftlichen Erträge im Pflanzen- und Obstbau in Deutschland von der Bestäubung durch die Honigbiene abhängen.

Oberzentanzeiger
 
Vogelstimmenwanderung in Hesselbach

 

Am Ostermontag, bei idealem Wanderwetter, trafen sich in Hesselbach 31 interessierte Frühaufsteher zur Vogelstimmenwanderung.

In zwei Gruppen erklärten uns die Experten vom NABU Odenwaldkreis viel wissenswertes über die gehörten Vogelstimmen.

Aber auch Hirschkühe, Fledermäuse, Hasen, Füchse und Rehe kreuzten unseren Weg. Nach der ca. 3 stündigen Wanderung konnten insgesamt 38 Vogelarten gezählt werden.

Beim anschließenden Frühstück im ehemaligen Schulsaal wurden uns noch verschiedene Informationen wie z.B. der NABU Odenwaldkreis im Internet, Ergebnisse zur Krötenwanderung 2011 oder "die Stunde der Gartenvögel" mitgegeben.

Allen fleißigen Helfern, die durch ihre Mithilfe zu dieser gelungenen Veranstaltung beigetragen haben, sei an dieser Stelle nochmals herzlich DANKESCHÖN gesagt.

Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.

Ein Heim für rasante Flieger: Nistkästen für Mauersegler bietet der Nabu interessierten Hausbesitzern an. Die Teilnehmer einer naturkundlichen Wanderung von Asselbrunn nach Zell bekamen die wohnlichen Konstruktionen schon mal zu Gesicht. Foto: Gerd Wassne
Ein Heim für rasante Flieger: Nistkästen für Mauersegler bietet der Nabu interessierten Hausbesitzern an. Die Teilnehmer einer naturkundlichen Wanderung von Asselbrunn nach Zell bekamen die wohnlichen Konstruktionen schon mal zu Gesicht. Foto: Gerd Wassne
28. April 2011  | e/grs
 
Üppige Natur in Nachbarschaft zur

Verkehrsader

 

Exkursion: Im Schutzgebiet zwischen Asselbrunn und Zell gibt es viel über Flora und Fauna zu erzählen

 

Wer sich am Karfreitag an der naturkundlichen Exkursion des Nabu im Odenwaldkreis beteiligt hat, weiß nun von der Vielfalt in Fauna und Flora zwischen Asselbrunn und Zell. Zunächst honorierte Nabu-Vorsitzender Gerhard Germann die Initiative der Familie Kares in Asselbrunn für Mehlschwalben, überreichte neben einer Urkunde und Plakette eine Schrift über diese Vogelart. Denn am Haus Kares befinden sich – wie berichtet – mehr als 20 Nester dieser Zugvögel, die dort ungehindert ihre Jungen aufziehen können, bevor sie im September wieder Richtung Süden ziehen.
Waren bis Donnerstag nur wenige Schwalben aus Nordafrika zurückgekommen, stellte sich just am Freitagmorgen eine erkleckliche Schar der Vögel ein und machte der Wanderschar ihre Aufwartung durch Gezwitscher und rasante Flugkünste. Wie Kares ausführte, wäre er erfreut, wenn sich die Mehlschwalben auch an seinem neuen Haus direkt daneben niederlassen würden. Er hat dort einige künstliche Nester aufgehängt, die aber bisher nicht angenommen wurden. Spontan erklärte er seine Mitgliedschaft im Nabu. Auch wenn es bereits das 68. im Odenwaldkreis ausgezeichnete Haus ist, hofft Gerhard Germann auf weitere Eigentümer, die sich über brütende Schwalben oder Mauersegler freuen.
Bevor sich die 30 Personen starke Gruppe in Bewegung setzte, stellte der Naturschützer neue Nistkästen für Mauersegler vor, die interessierte Vogelschützer beim Nabu erwerben können (Kontakt bei Gerhard Germann unter Telefon 06061 4817, nabu-germann@web.de).
Denn auch die Mauersegler sind, genau wie die Schwalben, in ihrem Bestand gefährdet, weil ihre Nistplätze immer öfter bei Dachrenovierungen und anderen Umbauten wegfallen. Unterwegs gab Germann Erläuterungen zu Pflanzen, die am Wegrand zu finden waren. Und die Vogelstimmenexperten Lothar Müller, Karl Born und Helmut Geist sortierten ein, was an diesem Morgen zu hören war.
Am Asselbrunner Teich hat der Nabu Fledermauskästen aufgehängt, die von den Tieren angenommen werden. Gesichtet wurden eine brütende Kanadagans, eine aus einem Nistkasten herausfliegende Wasseramsel und die bekannte Graureiherkolonie. Klangvoll sang die selten gewordene Klappergrasmücke.
Die üppige Pflanzenwelt, die vielen Vögel, die vom Wasserverband Mümling geschaffenen Fischpassagen an Staustellen sowie eine Flachwasserruhezone an der Mümling zum Laichen der Fische sind nur einige der Gründe, warum dieses Gebiet direkt an der Bundesstraße in Richtung Zell als Naturschutzgebiet ausgewiesen wird.

Selbst Stahl und Beton taugen für Biotope, wenn die richtigen Leute am Werk sind: Zur neu erbauten Kinzigbrücke in Nieder-Kinzig gehört dank der Bachpatenschaft des örtlichen Naturschutzbundes (hier Vorsitzender Klaus Hilbert) unter anderem ein Wasseramse
Selbst Stahl und Beton taugen für Biotope, wenn die richtigen Leute am Werk sind: Zur neu erbauten Kinzigbrücke in Nieder-Kinzig gehört dank der Bachpatenschaft des örtlichen Naturschutzbundes (hier Vorsitzender Klaus Hilbert) unter anderem ein Wasseramse
24. November 2010  |  gg

Warum es der Kinzig prächtig geht

 

Umweltarbeit: Im Bad Königer Stadtteil bewährt sich eine Bachpatenschaft des örtlichen Naturschutzbunds


Wenn sich der Kinzigbach, der von seinen Quellgebieten bei Gumpersberg und Ober-Kinzig durch diesen Bad Königer Stadtteil sowie Nieder-Kinzig und Etzen-Gesäß in die Mümling fließt, heute auf vielen Strecken als naturnahes Gewässer präsentiert, dann geht das auch auf Menschenhand zurück. Denn im Volksmund einfach wie ihre größere Schwester in Mittelhessen genannt, gehört die Odenwälder Kinzig zu jenen begünstigten Wasserläufen, denen ein Bachpate beisteht. Aktiv ist in diesem Fall die Ortsgruppe Nieder-Kinzig des Naturschutzbunds, und zwar inzwischen seit 20 Jahren.Diesen Tatbestand haben die Ehrenamtlichen nun zum Anlass für eine kleine Arbeitsbilanz genommen, die sie in eine Mitteilung gefasst haben. Ihr Engagement gilt demnach dem Bachverlauf in etwa von der Einmündung des Balsbachs vom gleichnamigen Brombachtaler Weiler und den Pfälzer Höfen her bis zur Mündung und damit einer Strecke von insgesamt etwa 2,5 Kilometern. »In Ober-Kinziger Gemarkung kümmern sich immer wieder mal kundige Privatleute um den Bach«, erläuterte Nabu-Vorsitzender Klaus Hilbert dazu dem ECHO. »Die Handlungsmöglichkeiten dort bleiben aber auch insofern beschränkt, als das Gewässer von der Ortsmitte her verrohrt ist und erst unterhalb des Sportplatzes wieder an die Oberfläche tritt. Demgegenüber fließt der Bach in Nieder-Kinzig durchweg frei an Gartenanlagen und landwirtschaftlichen Flächen vorbei. Hauptanliegen des Naturschutzbunds ist es, hier einen naturnahen Zustand von Bachbett, Wasserlauf, Ufer und Randbereich zu erhalten, wiederherzustellen und zu fördern. Neben dem direkten Naturschutz eignet sich dazu die Information der Bürger und Bach anlieger über Anforderungen und Sinn eines natürlichen Gewässerschutzes. So haben die Nieder-Kinziger Biotopschützer in den vergangenen zwei Jahrzehnten mit Kinder- und Jugendgruppen eine ganze Reihe von Informationstagen mit Gewässeruntersuchungen unternommen. Die jährlich vom Wasserverband Mümling ausgeführten Gewässerschauen erfahren fachkundige Begleitung, was die Erarbeitung von Verbesserungsmöglichkeiten einschließt. So entstand in den neunziger Jahren oberhalb des Ortskerns von Nieder-Kinzig die nach einem Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde benannte Knipferinsel, mit deren Anlage in naturschonender Handarbeit das Gewässer so umgestaltet wurde, dass es seine Biotopfunktionen im ursprünglichen Sinn erfüllen kann. »Viele Maßnahmen wie die Begrünung der Brücke im inneren Ortsbereich, Gehölzanpflanzungen sowie Verbesserung an Bachsohlen- und Uferbereich zeugen von der auch praktisch geleisteten Arbeit unserer Gruppe«, lässt Vorsitzender Hilbert wissen. Mit der in diesem Jahr im Zug eines Projekts der Straßeninstandhaltung verwirklichten Renaturierung des Gewässers auf einem zuvor auch durch Verbauungen beeinträchtigten Abschnitt ging für die Ortsgruppe ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Im Zuge eines kleinen Flurbereinigungsverfahrens sollen zudem zwei Barrieren entfernt werden, auf dass die Durchgängigkeit des Gewässers wieder gewährleistet ist. »Dann wird sich die Kinzig in unserem Ortsteil noch stärker dem Idealbild eines natürliche Bachs annähern«, äußerte Hilbert gegenüber dem ECHO seine Zufriedenheit über die Entwicklung. Zu tun bleibe dennoch viel. So ist ein Ziel der Gruppe für 2011 die Anpflanzung von Kopfweiden auf einem vereinseigenen Gelände in der Kinzigaue.

Nisthilfen für Schwalben als gelebter Naturschutz

 

05. Mai 2010

Ökologie: Bewohner von vier Gebäuden unterstützen Initiative des Nabu

NIEDER-KINZIG. 

Innerhalb der Aktion ,,Schwalbenfreundliches Haus", die der Odenwälder Nabu-Kreisverband als Vorreiter in Hessen trägt, hat die Ortsgruppe Bad König/Nieder-Kinzig des Naturschutzverbands am Samstag eine spektakuläre Aktion gestartet: Unter Mithilfe der örtlichen Feuerwehr und deren Hebebühne wurden an vier Gebäuden in Nieder- Kinzig Nisthilfen für Mehlschwalben und Mauersegler angebracht. Um die Arbeiten zu beobachten, hatten sich viele Zuschauer am Kindergarten eingefunden. Wie die Naturschützer in einer Pressenotiz mitteilten, finden die Schwalben in den Dörfern Südhessens immer weniger natürliches Baumaterial. Deshalb will der Nabu die Bestände dieser Sommerboten mit dem Anbringen von Nisthilfen stärken.Als ,,schwalbenfreundliche Häuser" wurden im Zuge der Aktion der Kindergarten, die Gebäude der Familien Hofmann und Söngen an der Brunnengasse sowie das Haus von Familie Arnold Am Trieb mit jeweils einer Urkunde, einer Plakette und einem Buch ausgezeichnet. Auskunft über die Initiative geben Gerhard Germann (Telefon 06061 4817) und Klaus Hilbert (06063 912455).

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