Pressemitteilungen

Presse-Mitteilung, 03.11.17
 
Entenjagd am Marbachstause

 

Am vergangenen Montag mussten einige Spaziergänger und Erhohlungssuchende in der Umgebung des Marbachstausees Zeugen einer Ausübung von Freizeitaktivität der besonderen Art werden. Eine Gruppe von Jägern hatte es auf Stockenten abgesehen und machte sich ab ca. 17 Uhr auf die Jagd. Die Wasservögel im dort extra zum Schutz von Vögeln eingerichteten Bereich flogen in panischer Angst auf. Nach Aussagen einiger Anwohner in der Nähe des Sees, trauten sich die Tiere auch Stunden später immer noch nicht auf der Wasserfläche zu landen. So zogen die verstörten Vögel über vier Stunden ihre Kreise, auch noch als es schon lange dunkel war. Am Ende hatten die Jäger 8 Stockenten erbeutet und ungezählte andere Wasservögel in Panik versetzt. Hier stellt sich die Frage, ob eine Jagd auf Stockenten überhaupt noch zeitgemäß und angebracht ist, oder ob es sich hier um ein reines Vergnügen am Töten handelt?  Weder verwüsten Stockenten Felder und Wiesen, noch verhindern sie eine natürliche Verjüngung des Waldes oder vernichten die Bruten von Niederwild. Von einem Massenvorkommen der Stockente ist im Odenwald auch nichts bekannt, im Gegenteil, die Stockente gilt aufgund der immer häufiger werdenden Verpaarung mit Hausenten als gefährdet. Die reine Wildform der Stockente wird immer häufiger durch Hybride verdrängt.  Mit Hege hat diese Form der Jagd unseres Erachtens nichts zu tun. Hier sollte sich jede/er fragen, ob der alleinige Besitz eines Jagdscheins einen dazu legitimiert, aus purem Vergnügen zu töten. 
 

 
Mit freundlichen Grüßen
 
Martina Limprecht

Vorsitzende

Pressemitteilung

04.08.2013

 

Position des NABU Kreisverbands zu Windenergieanlagen im Odenwald

 

Der NABU-Kreisverband Odenwaldkreis hat in  einem Schreiben vom 01.08.2013 an den Landrat und die Bürgermeister der Städte und Gemeinden des Odenwaldkreises den Umgang mit Vorrangflächen für den Bau von Windkraftanlagen stark kritisiert. Er fordert die Verantwortlichen zu einer wertgleichen Betrachtung von Natur-, Arten- und Umweltschutz und zur besseren Transparenz und Koordination der  Planungsprozesse auf.

Der NABU sieht mit großer Sorge, dass der aufgestellte Flächennutzungsplan von der Regionalplanung in Darmstadt übergangen wird.

Der Odenwaldkreis wird nun  durch die Regionalplanung mit der 6-fachen Fläche als Vorranggebiete für Windstandorte konfrontiert. Dies sei in keiner Weise tragbar, da sie den kleinstrukturierten Odenwald zu einem Industriegebiet für Windparks verbaut. Der NABU fordert die Reduzierung der Flächen auf das besprochene Maß des FNP. Die beiden Flächen im Europäischen Vogelschutzgebiet „Südlicher Odenwald“ dürften nicht Windkraftvorrangfläche werden, da dieses Rückzugsraum für gefährdete Vogelarten sei. Auch muss klargestellt werden, dass alle Flächen außerhalb der Vorranggebiete klar definierte Ausschlussflächen für Windkraft sind. Dies ist in der derzeitigen Regionalplanung noch nicht klar verankert.

Auch, dass aktuell, über die Empfehlungen des FNP hinaus Windkraftanlagen genehmigt werden, sei nicht hinnehmbar. Solche Wildwüchse nach dem Priveligierungsverfahren konterkarieren eine ausgewogene Regionalplanung unter Berücksichtigung der Naturschutzbelange. Erst kürzlich sei mit dem Projekt Geisberg ein Fallbeispiel geschaffen worden, bei welchem die Bürger mit ansehen mussten, dass trotz Ablehnung des Gebietes aufgrund unzureichender und fehlender Gutachten zum FNP, 5 Hektar Wald gerodet und bereits die 5 Fundamente der gigantischen Anlagen gegossen wurden.

In seiner Stellungnahme zum 1. Entwurf des FNP forderte der NABU-Kreisverband auch 1000m Abstand zu Weilern und Einzelgehöften, was im zu erwartenden Regionalplan nicht eingehalten wird, obwohl von der Landesregierung verabschiedet. Eine Änderung wird somit nochmals eingefordert.

Gerne würden sich die Naturschutzvereinigungen wie auch der NABU des Odenwaldkreises an der Entwicklung der Planungen mit ihren lokalen Kenntnissen einbringen, jedoch fehlen dazu die Einbindungen durch die zuständigen Behörden.

Aus oben genannten Gründen appelliert Gerhard Germann, Vorsitzender des NABU-Kreisverbandes an die Verantwortlichen der Städte und Gemeinden ihrer Verantwortung gerecht zu werden und die Qualitäten des Odenwalds als Erholungsgebiet und Geopark nicht aus den Augen zu verlieren. Ab sofort sollte ein Genehmigungsstopp zur Flächenfreigabe für Windkraft erfolgen, bis eine klare, koordinierte, transparente und verbindliche Vorgehensweise für die Ausweisung von Vorranggebieten stattgefunden hat, die von den Bürgern und Naturschutzvereinigungen  mitgetragen werden kann.

gez.: Gerhard Germann

Pressemitteilung

29.04.2013

 

Ehrung für Gerhard Germann
NABU-Kreisvorsitzender erhält die silberne Ehrennadel


Michelstadt. Für seine großen Verdienste im Naturschutz hat der NABU Kreisvorsitzende des Odenwaldkreises, Gerhard Germann, die silberne Ehrennadel des NABU erhalten. „Seit über 35 Jahren setzt sich Gerhard Germann erfolgreich für den Schutz der biologischen Vielfalt ein. So viel Engagement muss gewürdigt werden“, erklärte NABU-Landesvorsitzender Gerhard Eppler bei der Auszeichnung des verdienten Naturschützers. Mit seinen zahlreichen Aktivitäten zum Schutz von Vögeln, Amphibien und Fledermäusen habe Gerhard Germann einen erheblichen Beitrag zum Artenschutz im Odenwald geleistet.
Für den NABU-Kreisvorsitzenden ist die Auszeichnung eine Bestätigung seiner langjährigen Arbeit im Naturschutz: „Meine komplette Motivation gilt der Erhaltung der Biodiversität, also der gesamten Fauna und Flora. Sie ist auch die Grundlage für ein gesundes und erfreuliches Leben für uns Menschen“. Angefangen habe alles mit einem Schlüsselerlebnis in 1970, als innerhalb weniger Jahre eine ganze Amphibienpopulation durch den Straßenverkehr ausgelöscht wurde. Frösche, Kröten und Gelbbauchunken wurden schnell zu seiner Leidenschaft. „Wer solchen schönen Tieren schon mal in die Augen gesehen hat, kommt
nicht mehr davon los“, schmunzelt Germann. Als 1976 die NABU-Gruppe Steinbuch gegründet wurde, trat Gerhard Germann dem NABU bei und baute gleich eine Jugendgruppe auf. Etwa zehn Jahre später übernahm er dann für zwei Jahre die Leitung des Jugendverbandes auf Landesebene.
Schon drei Jahre später wurde der NABU-Aktive zum Kreisvorsitzenden gewählt, ein Amt, das er bis heute inne hat. Neben den Amphibienschutz traten nach und nach weitere Aktivitäten wie das Anbringen von Nisthilfen für den Steinkauz auf Streuobstwiesen, die Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“, die Pflege von Feldgehölzen, der Fledermausschutz sowie Hilfsmaßnahmen für die Dohle. Rund um Steinbuch herum betreut Gerhard Germann mittlerweile zwanzig Steinkauzröhren und zwanzig Fledermaushöhlen.

Die Expertise des NABU-Kreisvorsitzenden, der 2011 in Rente ging und sich täglich mindestens sechs Stunden für den Schutz der Natur einsetzt, ist viel gefragt. Ob als Beauftragter der Staatlichen Vogelschutzwarte für den Odenwaldkreis, als Vorsitzender der Georg-Raitz-Stiftung (Naturschutzzentrum Odenwald), bei Vorträgen in Seniorenresidenzen, bei Besuchen in Kindergärten und Schulen oder im Kreisnaturschutzbeirat – überall wirbt Gerhard Germann für den Schutz der biologischen Vielfalt. Die Hilfsmaßnahme für die Gelbbauchunke in der Grünschnitt-Kompostierungsanlage Brombachtal gehört zu seinen Lieblingsprojekten. „Seit 2008 versuchen wir, die landesweit stark gefährdete Gelbbauchunke mit neu angelegten Tümpeln zu unterstützen“, erklärt Germann. Die seltene Unke mit dem knallgelb gesprenkelten Bauch ist streng geschützt und
kommt nur noch an wenigen Stellen in Hessen vor. Gerhard Germann hofft darauf, bald ein etwa 5000 Quadratmeter großes Grundstück an einer alten Tongrube übernehmen zu können, um es zu einem Rückzugsgebiet für Gelbbauchunke, Kreuzkröte und Laubfrosch umzugestalten. Für die nächsten Jahre hat sich der Naturschützer viel vorgenommen, um die Artenvielfalt im Odenwald zu erhalten und weiter zu fördern. Über 800 NABU-Mitglieder im Landkreis Odenwald unterstützen ihn dabei mit Rat und Tat.

Pressemitteilung

12.08.2012

 

NABU Odenwaldkreis: Menschen nicht aus dem Wald aussperren!

 

Erbach (eis). Dürfen Spaziergänger, Radfahrer oder Pilzsammler künftig genauso selbstverständlich wie bisher in den Wald gehen oder fahren? Das freie Betretungsrecht könnte künftig eingeschränkt werden, wenn der seit Juni vorliegende Entwurf des neuen hessischen Waldgesetzes verabschiedet würde. Der NABU-Kreisverband Odenwaldkreis fordert daher, den Entwurf zu überarbeiten.

Als besonders problematisch sieht der NABU Odenwaldkreis die geplanten Regelungen in § 15 (4). Dort heißt es: „Betreten mehrere Personen den Wald zur Verfolgung eines gemeinsamen Zweckes, steht ihnen das Betretungsrecht nur zu, wenn nach den örtlichen Gegebenheiten eine Beeinträchtigung des betroffenen Waldgebietes nicht zu erwarten ist.“

Mit diesen Regelungen könnten Waldbesitzer oder Forstbehörden künftig Familien-, Jugend- und Exkursionsgruppen aus dem Wald ausschließen, wenn sie nach Gutdünken eine Beeinträchtigung des betroffenen Waldgebietes durch eine solche Gruppe sehen. Aus Naturschutz-Gründen sieht der NABU-Kreisverband aber keinen Anlass, warum das Betretungsrecht hier verschärft werden sollte. „Auf keinen Fall darf es dazu kommen, dass Gruppen künftig eine Genehmigung für das Betreten eines Waldes einholen müssen“, betont Gerhard Germann, der Kreisverband-Vorsitzende. Der NABU Odenwaldkreis setzt sich deshalb dafür ein, diesen Paragrafen ersatzlos zu streichen.

Das neue Waldgesetz wird vor allem auch wegen der geplanten neuen Regelungen für Mountainbike-Fahrer diskutiert: Radfahrer generell sollen nach dem Entwurf künftig nicht mehr auf allen Waldwegen, sondern nur noch auf breiten Forstwegen fahren dürfen (Definition der im Gesetzentwurf erlaubten Wege in §15 (2) „befestigte oder naturfeste Wege, die von nicht geländegängigen, zweispurigen Kraftfahrzeugen ganzjährig befahren werden können“). Einen generellen Ausschluss kleiner Waldwege für Mountainbiker hält der NABU aber für überzogen. Solche Beschränkungen sollte es nur dort geben, wo die Natur lokal gefährdet ist. Für eine naturfreundliche Regelung schlägt der NABU vor, das Fahren auf Rückeschneisen, Trampelpfaden und in Eigenregie von Mountainbikern angelegten Trails zu verbieten. Das Weglose Downhill-Fahren ist nach dem hessischen Forstgesetz zudem schon jetzt untersagt (§24 Absatz 4).

Pressemitteilung

11.07.2012

  

Kleine Pfützen wirken Wunder

Artenhilfsprogramm für die Gelbbauchunke

  

Bereits seit 2006 bemüht sich der NABU-Odenwaldkreis die Gelbbauchunkenpopulation im ehemaligen Granitsteinbruch „Böhm, Heist, Schweizer“ wieder aufzubauen. Konnten während des Steinbruchbetriebes um 1980 bei Kartierungsarbeiten von Herrn Gerhard Germann noch zwischen 300 und 400 adulte Tiere gezählt werden, nahm die Population nach Auflassung des Steinbruches rapide ab. Grund dafür war die Verbuschung und der Verlust der ständig hergestellten Kleingewässer durch den Steinbruchbetrieb. Mit Unterstützung des MZVO (Besitzer dieses Geländes), der UNB des Odenwaldkreises und des LRVV (ehemals Amt für ländlichen Raum, ALR) wurden Maßnahmen ergriffen, wie entbuschen und entfernen der Staudenvegetation, sowie die Anlage von Foliengräben und Tümpeln um den Sekundärlebensraum für Gelbbauchunken wieder herzustellen. So konnten wieder zwischen 30 und 40 adulte Tiere und in diesem Jahr bereits zahlreiche Larven und junge Tiere beobachtet werden.

 

Nun kommt große Unterstützung mit dem NABU-Hilfsprojekt für die Gelbbauchunke in Hessen. An 3 Standorten werden Maßnahmen zur Stärkung der Populationen und dadurch eine Ausbreitung in weitere Gebiete geplant. Neben den Bereichen bei Gießen und dem Steinbruch von der Fa. Röhrig in Sonderbach, stellt der ehemalige Granitsteinbruch in Brombachtal einen weiteren Ausbreitungsort dar.

Langfristiges Ziel des NABU in Südhessen ist es, die Ausbreitung der Gelbbauchunke in Richtung Hessisches Ried und weiter in den Odenwald hinein zu ermöglichen. Hierzu müssen Trittstein-Biotope in geeigneter Entfernung zu bereits bestehenden Vorkommen angelegt werden.

 

Am 10. Juli wurde nun das Projekt im Steinbruch der Fa. Röhrig bei Sonderbach gestartet. Im März wurden bereits zwölf keine Tümpel angelegt. Auf dem Gelände wurden im Frühjahr 25 erwachsene Gelbbauchunken gefunden.

Der NABU Hessen freut sich über das besondere Engagement von Abbau-Unternehmern wie Gerhard und Marco Röhrig. Die Steinbruchbesitzer erklärten sich bereit, beim Betriebsablauf Rücksicht auf entstehende Lebensräume von bedrohten Amphibien-Arten wie Gelbbauchunke und Kreuzkröte zu nehmen und weitere anzulegen. Die Unternehmer wollen die neuen Tümpel bei großer Trockenheit künftig sogar mit Wasser füllen, um die Tiere und ihre Larven vor dem Austrocknen zu bewahren. „Wir helfen gern beim praktischen Artenschutz“, so Gerhard Röhrig. „Je mehr Tiere sich bei uns wohlfühlen, desto besser“. Der Granit-Steinbruch in Sonderbach ist bereits Heimat für die geschützten Vogelarten Uhu und Wanderfalke.

 

 

Bilder von der Begehung des Steinbruchs bei Sonderbach:

Das Artenhilfsprojekt für die Gelbbauchunke ist ein Förderprojekt des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) finanziell unterstützt wird.  

 

 

Hintergrundinformation

Die Gelbbauchunke ist in ganz Deutschland stark gefährdet. Fast alle Bestände, so auch in Hessen, sind enorm rückläufig. Wurden von 1995 bis 2000 in Hessen noch 650 Gelbbauchunken gefunden, gab es im Zeitraum von 2007 bis 2011 nur noch 120 Meldungen. Als Pionierart und Bewohner von natürlichen Flussauen war die Amphibie früher flächendeckend verbreitet. Durch die Regulierung der Flusssysteme sind viele dieser Primärlebensräume verloren gegangen. Nun kommt die Gelbbauchunke vor allem in Ersatzlebensräumen (Sekundärbiotope) wie Sandgruben und Steinbrüchen vor, wo sie sich in beim Abbau immer wieder neu entstehenden kleinen Wassertümpeln und wassergefüllten Baggerspuren erfolgreich fortpflanzen kann. Ziel des NABU Hessen ist es, die Gelbbauchunke auf Dauer auch wieder an naturnah gestalteten Flussläufen wie der Ohm und der Lahn anzusiedeln.

Pressemitteilung

28.06.2012

Geschützte Schwalbennester

NABU Hessen bittet um Rücksicht bei Fassadensanierung

Wetzlar. Hausbesitzer sind nicht selten ratlos, wenn sich Mehlschwalben als Nistplatz ausgerechnet ihr Eigenheim oder ihre vermietete Immobilie ausgewählt haben. Denn so schön und beliebt die Vögel sind, wenn eine Hausfassaden- oder Dacherneuerung ansteht, ist der Vogel dem Menschen oftmals im Weg. „Als Hauseigentümer darf man Schwalbennester nicht einfach entfernen oder zerstören, sie sind gesetzlich geschützt“, so Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Zahlreiche Gerichtsurteile belegen, dass Schwalbennester nur in begründeten Ausnahmefällen entfernt werden dürfen. Nester der Mehlschwalbe unterliegen einem besonderen Schutz, der im Bundesnaturschutzgesetz geregelt ist. Wer Schwalbennester zerstört, kann mit einer Geldbuße bestraft werden. „Schwalbennester müssen deshalb von Mietern und Hauseigentümern geduldet werden“, erklärt Eppler.

Konflikte mit Schwalbennestern gebe es besonders mit dem Kot, der gelegentlich die Hausfassade verschmutzen könne. Mit einem mindestens 70 Zentimeter unterhalb der Nester angebrachten Kotbrett könne das Problem dauerhaft gelöst werden. „Eine weitere sanfte Methode ist es, den Schwalben an unproblematischen Stellen künstliche Nester anzubieten, so dass sie im kommenden Jahr umziehen können“, erläutert der Biologe Eppler. Da es in der ausgeräumten Landschaft immer weniger Lehmpfützen gibt und den Mehlschwalben deshalb oft das Material zum Nestbau fehlt, empfiehlt der NABU, die flinken Sommervögel generell mit Nisthilfen zu unterstützen. Ein Schwalbenkasten an der Hauswand oder ein Schwalbenhotel im Garten seien eine willkommene Hilfe für die gefiederten Insektenjäger.

Eppler weist darauf hin, die Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes auch bei Fassaden- und Dacharbeiten beachtet werden müssen. „Wurden die Nester bei notwendigen Renovierungsarbeiten zerstört, so sind Hausbesitzer verpflichtet, künstliche Nisthilfen als Ersatznester anzubringen“. Am besten sei es, sich vor Beginn der Bauarbeiten mit der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde (angesiedelt in der Kreisverwaltung) in Verbindung zu setzen und sich mit ihr abzustimmen. Dann sei man als Hauseigentümer auf jeden Fall auf der sicheren Seite und vermeide Rechtsstreitigkeiten. Zum Schutz der Mehlschwalben und ihrer Nester empfiehlt der NABU Hessen außerdem, Dächer und Dachrinnen nur außerhalb der Brut- und Aufzuchtzeiten zu erneuern. Der naturfreundlichste Termin für Sanierungs-Arbeiten am Haus sei die Zeit zwischen dem Anfang Oktober und Ende Februar.


Für Rückfragen:
Berthold Langenhorst
Pressesprecher
Tel.: 06441-67904-17
Mobil: 0170-8347614

Pressemitteilung

21.06.2012

Warten mit dem Heckenschnitt

NABU Hessen bittet um Rücksichtnahme auf Vögel

Wetzlar. Der NABU Hessen bittet alle Gartenbesitzer, sich noch etwa fünf Wochen mit dem Hecken- und Strauchschnitt zu gedulden. Bis Ende Juli brüten viele Singvögel im Schutz des dichten Blattwerks. In guten Jahren bringen sie mehrmals Nachwuchs zur Welt. Sie können durch Schnittmaßnahmen so sehr gestört werden, dass sie ihre Brut aufgeben. „Die Jungvögel von Amseln, Grünfinken Grasmücken und Zaunkönigen sind nun flügge geworden. Wer jetzt seine Sträucher schneidet, riskiert den Nachwuchs der fröhlichen Sängerschar“, erläutert der NABU-Landesvorsitzende Gerhard Eppler. „Auch finden Beutegreifer die Nester mit den Jungvögeln viel einfacher, wenn schützende Zweige weggeschnitten werden.“

In den letzten Tagen habe der NABU einige Anrufe besorgter Bürger erhalten, die von radikalen Heckenschnitten berichteten. „Uns rufen besonders Mieter von Wohnungsbau-Gesellschaften an, bei denen die Heckenpflege an Firmen vergeben wird“, so Eppler. Es gebe immer wieder Berichte von tot aufgefundenen Jungvögeln unter frisch geschnittenen Hecken. Der Biologe appelliert an die Inhaber, ihre Mitarbeiter besser zu schulen. Es könne nicht angehen, dass Hecken und Gebüsche ohne jede Rücksicht kahl geschoren würden. „Auf jeden Fall gehört vor dem Schnitt eine intensive Suche nach belegten Nestern in den Sträuchern dazu“, erklärt Eppler. Heckenabschnitte mit einem bewohnten Vogelnest dürften nicht oder nur sehr vorsichtig beschnitten werden.

Gesetzlich muss jeder, der Hecken schneidet, darauf achten, Vögel und andere Tiere nicht mutwillig zu belästigen und ihre Lebensstätten ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören. Die Artenschutz-Bestimmungen des Hessischen Naturschutzgesetzes gelten auch für alle wildlebenden Tiere im eigenen Garten und auf anderen Grünflächen im Siedlungsbereich.


Für Rückfragen:
Berthold Langenhorst
Pressesprecher
Tel.: 06441-67904-17
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Pressemitteilung

 

"Lammguck "

 

Das Frühlingserwachen im Odenwald - Über Feld und Flur

Eine Wanderung zum Schäfer

 

von Rainer Kaffenberger

 

Langenbrombach.

Die Schäferei Bernd und Christel Keller aus Michelstadt-Rehbach und Thomas

Löw vom Odenwald-Gasthaus „Zum Löwen“ aus Langenbrombach unternehmen mit dem Amt Ländlicher Raum, Veterinärwesen und Verbraucherschutz (Reichelsheim) im Rahmen der alljährlichen Veranstaltungsreihe „Über Feld und Flur“ eine Wanderung durch den frühlingshaften Odenwald. Mit dabei sind der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald und der NABU Odenwaldkreis.

Die Fachreferenten erläutern bei der Wanderung welche Pflegemaßnahmen an Feld, Wald und Wiese im Frühjahr durchgeführt werden und was die Tierwelt im Frühjahr macht.

Highlight der Wanderung ist der Besuch der Schäferei Keller in Rehbach mit dem sog. „Lammguck“- dem Besuch der neuen Lämmer dieses Frühjahrs. Schäfermeister Bernd Keller wird zahlreiche Informationen über die Schafthaltung, die Schafrassen und die Landschaftspflege geben. Dabei können die jungen Lämmer bestaunt werden, was sicherlich nicht nur für Erwachsene sondern auch

für Kinder und Jugendliche ein Erlebnis sein wird. Weiterer Programmpunkt ist die Live-Vorführung der Schafschur, die in jedem Frühjahr auf dem Arbeitsplan eines Schäfers steht.

Nach einem deftigen Mittagessen vor Ort - serviert von Thomas Löw - dem Besitzer des Odenwald-Gasthauses „Zum Löwen“ , geht die Wanderung weiter durch Feld, Wald und Flur. Interessierte erhalten nun Informationen über die Bäume und Sträucher und wie ein Imker seine Bienen auf das Frühjahr vorbereitet.

Die Wanderung endet am Ausgangspunkt im Odenwald-Gasthaus

„Zum Löwen“ in Langenbrombach.

Hier wird eine rustikale Schäferbrotzeit mit Kaffee und Kuchen serviert.

 

Termin: 18. März

 

Uhrzeit: 10:00 - 16:00 Uhr

 

Treffpunkt: Odenwald-Gasthaus „Zum Löwen“ in Langenbrombach 

                 Zeller Straße 2

 

Weitere Informationen erhalten Interessierte im Internet unter

www.odenwald-schaefer.de,

www.odenwald-gasthaus-zum-loewen.de und

unter Tel.: 06063 2485 oder 06061 71201,

E-Mail: bernd.keller@odenwald-schaefer.de

 

 

Naturschutz / Stunde der Wintervögel

 

Der Spatz ist Hessens häufigster Vogel

NABU legt Auswertung der Stunde der Wintervögel vor

 

Wetzlar. Trotz Regen und teils stürmischem Wetter beteiligten sich erneut zahlreiche hessische Vogelfreunde an Deutschlands größter Vogelzählung. Nach der Auswertung von rund 3600 Einsendungen mit mehr als 97.000 Vogelbeobachtungen legte heute der NABU Hessen die Landesergebnisse der bundesweiten Mitmach-Aktion „Stunde der Wintervögel“ vor. Der NABU Hessen hatten vom 6. bis 8. Januar dazu aufgerufen, alle Vögel zu melden, die sich innerhalb von einer Stunde in Gärten oder an Futterstellen blicken ließen. Die bundesweite Zählung zeigt im zweiten Jahr der Aktion interessante Unterschiede zum vergangenen Jahr. So verlor die Kohlmeise ihren Spitzenplatz als häufigster Wintervogel unserer Städte und Dörfer an den Haussperling. Auf den Plätzen drei und vier folgen Blaumeise und Feldsperling.

 

„In milden Wintern kommen tendenziell weniger Vögel an die Futterstellen, solange sie in Wald und Feld noch genügend zu fressen finden“, kommentiert NABU-Landesvorsitzender Gerhard Eppler den Rückgang, der nicht nur bei Kohlmeisen zu beobachten war. Davon konnte offenbar der sehr ortstreue Hausspatz profitieren, der rund ums Jahr die Nähe zu den Menschen sucht.

 

Futter hin oder her – nach Amseln hielten viele Vogelfreunde diesmal vergeblich Ausschau. Hessenweit ging deren Zahl um mehr als 43 % zurück. Die Wintervogelzählung lässt damit Rückschlüsse auf das „Amselsterben“ im vorigen Sommer zu. Dabei wurden besonders im Hessischen Ried auffallend viele tote Amseln gefunden und auch solche mit zerrupftem Kopfgefieder. Tropenmediziner hatten bei ihnen eine Infektion mit dem zuvor bei uns unbekannten Usutu-Virus nachgewiesen. Die Zählung im Januar zeigt einen deutlich reduzierten Winterbestand von Südwesthessen in Richtung Nordosten. Traurige Spitzenreiter sind in Hessen der Landkreis Bergstraße mit einem Verlust von 65 Prozent und Groß-Gerau von 55 Prozent.

 

„Die Meldungen der Vogelfreunde sind ausgesprochen hilfreich und zeigen wie wertvoll diese Form von „Citizen Science“ für die Forschung sein kann“, betont Eppler. Die Viruskrankheit sei aber nicht die einzige Ursache für den Amselrückgang: „Das Frühjahr 2011 war in vielen Regionen extrem niederschlagsarm. Knochentrockener Boden erschwerte es den Amseln, an Regenwürmer heranzukommen. Der dadurch geringe Bruterfolg spiegelt sich nun ebenfalls im Winterbestand wider“, so Eppler.

 

Neben den hier heimischen Vögeln ließen sich auch typische Wintergäste aus dem Norden beobachten. Hier führen Bergfinken, Wacholderdrosseln und Erlenzeisige die Liste an. Zu den Besonderheiten des Winters zählen seit einiger Zeit auch Zugvögel, die unsere Breiten im Winter normalerweise verlassen, wie Mönchsgrasmücken, Hausrotschwänze oder Stare. Trotz der milden Temperaturen setzte sich der Überwinterungstrend dieser Arten diesmal nicht fort – oder sie wussten sich besonders gut zu verstecken.

 

Vogelzählungen im Rahmen von „Citizen-Science“-Aktionen haben prominente Vorbilder. Bereits im Jahre 1900 rief der amerikanische Vogelkundler Frank Chapman erstmals zu einem „Christmas Bird Count“ auf. Die Aktion findet seither jährlich statt. Auch der britische NABU-Partner, die Royal Society for the Protection of Birds (RSPB), veranstaltet seit inzwischen mehr als 30 Jahren einen „Big Garden Birdwatch“. Diese Langzeitstudien haben Vogelschützern bis heute eine Fülle wertvolle Informationen zum Schutz der Artenvielfalt geliefert.

 

Vom 11. bis 13. Mai folgt die Schwesteraktion „Stunde der Gartenvögel“, bei der die Brutvögel des Landes im Mittelpunkt des Interesses stehen. Weitere Ergebnisse zur Stunde der Wintervögel, darunter detaillierte Karten und Zahlen aus einzelnen Landkreisen, sind zu finden unter www.NABU-Hessen.de

 

 

Für Rückfragen:

Berthold Langenhorst

Pressesprecher NABU Hessen

Tel.: 06441-67904-17

 

Luchsbericht NABU Hessen

24.01.2012

Erfolgreiche Luchspirsch mit Fotofallen

Arbeitskreis Hessenluchs stellt Luchsbericht vor

Kassel. Mit 47 Luchsfotos aus Fotofallen, die vom Arbeitskreis Hessenluchs und Hessen-Forst im Jahr 2011 in osthessischen Forstämtern aufgestellt wurden, konnten die Luchsforscher aus mehreren Umweltverbänden eine gute Bilanz des ersten Projektjahres ziehen. „Wir waren überrascht, so schnell Luchse vor die automatischen Kameras zu bekommen und nachweisen zu können“, freut sich Stefanie Fester, Mitglied im Landesvorstand des NABU Hessen. In zehn Fällen lösten freilebende Luchse die Kameras aus. Der NABU ist mit zehn Fotofallen am Luchsmonitoring beteiligt.

Auch Gerd Bauer, Koordinator im Arbeitskreis Hessenluchs und Thomas Norgall vom BUND sind mehr als zufrieden: „Dieses tolle Ergebnis übertrifft unsere Erwartungen.“ Der Leiter von Hessen-Forst, Michael Gerst, ergänzt: „Für den hessischen Wald bedeutet die beginnende Rückkehr des Luchses einen Gewinn an Artenvielfalt, den wir durch spezielle Artpatenschaften in drei Forstämtern auch weiterhin fördern wollen.“ Die wichtigste Erkenntnis der Fotofallenaktion des letzten Jahres sei der Nachweis von Jungtieren gewesen. „Eine Luchsin, die im Herbst 2010 mit einem Jungtier in Nordhessen gefilmt werden konnte, hatte vermutlich zwei oder sogar drei Jungtiere“, so Fester. Eine besondere Überraschung erlebten die Luchsfachleute dann zum Jahreswechsel 2011/2012: Gleich zweimal gelangen zufälligen Beobachtern erneute Bilddokumente eines Luchsweibchens mit Jungtieren in Nordhessen. Da die bisher festgestellten Luchse nur eine geringe Körperfleckung aufweisen, konnten allerdings nur vage Aussagen zur Zahl der Luchse machen. Deshalb sei es wichtig, die gute Zusammenarbeit des Naturschutzes mit Hessen-Forst im AK Hessenluchs fortzusetzen.

Eindeutiger Schwerpunkt der Luchsnachweise sind in Hessen die Wälder der nordhessischen Forstämter Melsungen und Hessisch Lichtenau. In ihnen gelangen in den zurückliegenden 15 Jahren zahlreiche Feststellungen des Luchses. Nachdem vor zwei Jahren der im Harz besenderte Jungluchs „M2“ in dieses Waldgebiet eingewandert war und 2010 dann einem Wanderer Filmaufnahmen einer Luchsin mit Jungtier gelangen, startete der Arbeitskreis Hessenluchs die Fotofallen-Kampagne. In den beiden Forstämtern wurden 49 Fotofallen im Freiland an Bäumen befestigt und im Monatsrhythmus von den Forstämtern kontrolliert. Finanziert wurden die Fallen durch das Forstamt Melsungen, den NABU und den BUND. Die wissenschaftliche Zusammenstellung der Ergebnisse erfolgte durch die Diplom-Biologin Martina Denk.

Eindeutig identifiziert wurden anhand der Fotos zwei verschiedene Luchse. Sicher ist, dass zumindest in der ersten Hälfte des Jahres 2011 vier Luchse, nämlich ein Weibchen mit mindestens zwei Jungtieren und mindestens ein erwachsener männlicher Luchs im Gebiet lebten. Möglicherweise lebten aber auch mehr Luchse in diesem Waldgebiet. So wurde 2010 ein deutlich gefleckter Luchs fotografiert. Dieses Tier könnte 2011 noch gelebt haben, ohne dass ein neues Foto gelang bzw. ohne dass es auf einem Bild wiedererkannt werden konnte. Der Fotonachweis der Jungtiere bestätigte Sichtbeobachtungen aus dem Herbst 2011, bei denen ebenfalls mindestens zwei Jungluchse beobachtet wurden. Laut Fachliteratur wäre im Untersuchungsgebiet Raum für die Jagdreviere eines Männchens und von ein bis zwei Weibchen.

Dass Luchse es auch in Hessen schwer haben, zeigt ein Skelettfund aus der Söhre. Es konnte nur noch der Schädel erwachsenen Luchses geborgen werden. Im Oktober 2011 wurde ein „halberwachsener“ Luchs tot im Untersuchungsgebiet gefunden. Als Todesursache ermittelte die Universität Gießen akutes Herz-Kreislaufversagen als Folge einer massiven Abmagerung.

Erfolglos blieb bislang der Einsatz von vier Fotofallen im Rheingau-Taunus-Kreis und von zehn Spezialkameras im Forstamtsbereich Schotten. Die Fallen im Rheingau wurden von der Bürgerstiftung „Unser Land. Rheingau und Taunus“ und im Vogelsberg vom Forstamt Schotten finanziert.


Für Rückfragen:
Berthold Langenhorst
Pressesprecher NABU Hessen
Tel.: 06441-67904-17

Gerd Bauer
Koordinator Arbeitskreis Hessenluchs
Tel.: 0170-3441458
Mehr Informationen zum Luchs in Hessen


                                                                                      

Pressemitteilung des NABU Hessen

Amselsterben breitet sich weiter aus

NABU Hessen ruft zur Meldung toter Amseln auf

 

Wetzlar. Der NABU Hessen ruft dazu auf, tote Amseln zu melden, um eine bessere Übersicht über die Ausbreitung des Usutu-Virus zu erhalten. „Uns erreichen immer mehr Berichte über verendete Amseln“, erklärt Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Um ein genaues Bild darüber zu erhalten, ob sich das Virus in ganz Hessen epidemisch verbreitet, sei die Mithilfe von aufmerksamen Naturbeobachtern eine große Hilfe. Funde von toten Amseln können in ein Meldeformular auf der Webseite des NABU Hessen unter www.NABU-Hessen.de eingegeben werden.

 

Nach dem Erstnachweis des tropischen Virus in einer toten Amsel aus dem südlichen. Odenwald in der letzten Woche wurde der Krankheitserreger auch in einer Reihe weiterer Amseln aus dem Rhein-Neckar-Raum nachgewiesen. „Wir gehen davon aus, dass das Usutu-Virus eine große Rolle beim beobachteten Amselschwund spielt“, so Eppler. Der NABU empfiehlt, tote Amseln zur Untersuchung an örtliche Veterinär-Untersuchungsämter zu geben oder mit einem Kühlelement verpackt an das Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg zu schicken. Auch andere tote Singvögel sollten zur Untersuchung gebracht werden. Die genaue Untersuchung von Amseln aus verschiedenen Landesteilen könne Gewissheit über die Ausbreitung des afrikanischen Virus geben. „Beim Umgang mit toten Vögeln ist es wichtig, umsichtig vorzugehen und Einmalhandschuhe zu benutzen“, so Eppler. Anschließend sollte man sich gründlich die Hände waschen und sie desinfizieren.

 

Die Meldedaten zu toten Amseln seien nicht nur für dieses Jahr von großer Bedeutung, so der Biologe Eppler. Es müsse damit gerechnet werden, dass sich die Epidemie im nächsten Jahr fortsetze. Deshalb sei es wichtig, wertvolle Vergleichszahlen für die weitere Entwicklung der Vogelkrankheit, die von Stechmücken übertragen wird, zu erhalten. Die Meldeaktion des NABU Hessen ist Teil eines bundesweiten Aufrufs zur Beobachtung des aktuellen Amselschwunds in Deutschland.

 

 

Für Rückfragen:

Gerhard Eppler

NABU-Landesvorsitzender

Tel.: 06257-64371

 

 

Adresse Nocht-Institut:

PD Dr. Schmidt-Chanasit

Bernhard-Nocht-Institut

Bernhard-Nocht-Straße 74

20359 Hamburg

Tel. 049-40428180

Pressebericht NABU Odenwaldkreis

Birdwatch - Vogelzugbeobachtung

Die Faszination des Vogelzuges live erleben

Vogelzugbeobachtung (Birdwatch) am Samstag, 01. Oktober 2011

 

Steinbuch. Es ist wieder soweit: Mehr als 50 Millionen Zugvögel verlassen ihre Brutgebiete in Deutschland, um eine Reise in wärmere Gefilde anzutreten. Zusätzlich ziehen noch Millionen Vögel aus Nordeuropa auf ihrem Weg in die Winterquartiere über Deutschland hinweg oder machen hier Rast, um für den Weiterflug Kräfte zu sammeln.

Viele Vogelarten haben sich bereits versammelt oder sind schon auf dem Weg in den Süden. Anlässlich dieses Naturschauspiels findet auch in diesem Jahr wieder das „Europäische Wochenende des Vogelzuges“ (European Birdwatch) statt.

Die Veranstaltung soll den Teilnehmern die Faszination des fast ganzjährig stattfindenden Vogelzuges näher bringen. Darüber hinaus will der NABU aber auch die Arten und die Anzahl der Zugvögel, die über Deutschland ziehen oder hier rasten, bestimmen und dokumentieren.

Manchen Zugvögeln, wie dem Hausrotschwanz oder dem Rotmilan genügt ein Trip in mediterrane Regionen, andere wie Rauch- und Mehlschwalben fliegen bis ins südliche Afrika. Die meisten, der in langen Ketten vorüber ziehenden Kraniche dagegen, sind nur Durchzügler aus nördlich gelegenen Brutgebieten.

Wer schon immer einmal wissen wollte, welche Vogelarten zur Zugzeit zu beobachten sind und wie man ziehende Vögel in einem Schwarm identifizieren kann, hat die Gelegenheit, sich der kostenlosen Exkursion des NABU Odenwaldkreises anzuschließen.

Unter der fachkundigen Leitung des Ornithologen, Bernd Petri, Büttelborn,

treffen wir uns am

Samstag, 01.Oktober 2011

ab 07.30 Uhr                  Beginn der Exkursion in Böllstein

                                    Treffpunkt Parkplatz am Sportplatz

ab 11:00 Uhr                  ist eine Mittagsrast geplant

ab 13:30 Uhr                  Fortsetzung der Exkursion auf der Nonroder Höhe

 zu erreichen über Fränkisch-Crumbach, Erlau Holzwiese,

 zum Parkplatz Herrnwald

ca. 18:00 Uhr                  Ende der Exkursion

 

Jeder, der Lust hat, kann über den gesamten Tag hinzustoßen.

Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung werden empfohlen.

Fernglas, (evtl. ein Spektiv) und ein Bestimmungsbuch für Vögel wären hilfreich.

 

Weitere Auskünfte erteilt Gerhard Germann unter der Telefon Nr. 06061 – 4817.

Mehr Informationen finden Sie unter www.nabu-odenwaldkreis.de - ein B(K)lick lohnt!

Pressemitteilung NABU Hessen 

Naturschutz / Vogelschutz

Vorsicht vor Bussardattacken

 

NABU gibt Tipps für richtiges Verhalten beim Joggen

Wetzlar. Beim Joggen im Wald ist derzeit Vorsicht angesagt. Gelegentlich
sehen sich Mäusebussarde in der Pflicht, ihre Jungen vor potenziellen
Gefahren zu verteidigen. „Dabei kann es passieren, dass sich die gestressten
Bussardeltern auf den vermeintlichen Feind stürzen und ihn mit Schnäbeln und
Krallen attackieren“, erläutert Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU
Hessen. Wenn man ein paar Tipps zum Umgang mit dem Bussard beherzige, könne man aber gefahrlos seinen Waldlauf absolvieren.
Es passiert nur selten, kann aber vorkommen, dass gestresste Greifvogeleltern ihre Jungen vor Menschen schützen wollen. „So ein vermeintlicher Feind kann dann durchaus ein harmloser Jogger sein, der nichtsahnend zu nahe am Bussardhorst vorbeiläuft", warnt Eppler. Um sich zu schützen, solle man Ruhe bewahren, den Kopf möglichst gut abschirmen und sich langsam vom Bussard und seinem Horst entfernen. Auf keinen Fall dürfe nach dem Vogel geschlagen werden. "Es ist die Geschwindigkeit, die den Bussard dazu veranlasst, in dem Jogger eine Bedrohung für seine Jungen zu sehen", erklärt der Biologe Eppler. Diese befänden sich jetzt in der Bettelflugphase. Die jungen Vögel seien dann zwar schon flügge aber noch
nicht selbständig.
Die Eltern fühlten sich in dieser Zeit dazu berufen, ihre Jungen zu verteidigen. Dabei attackierten sie stets die höchste Stelle am Körper. „Man kann versuchen, den Bussard vom Kopf abzulenken, indem man einen Stock oder zumindest die Arme hochhält", rät der NABU- Vogelexperte. Gegen Ende des Monats sei das angriffslustige Verhalten der Greifvögel wieder vorbei. "Die Gefahr eines Angriffs besteht nur während der Aufzucht und ist zudem von Paar zu Paar unterschiedlich. Sobald die Jungen selbständig sind, kehrt bei den Eltern wieder Ruhe ein", so Eppler weiter.
Normalerweise sind Bussarde friedliche Tiere. Der imposante Luftakrobat ist

der häufigste Greifvogel  in Deutschland. Er schwebt oft in großen Kreisen am Himmel und hält von Sitzwarten aus Ausschau nach Beute, die hauptsächlich aus kleinen Säugetieren wie Mäusen oder Maulwürfen besteht. Vor allem im

Winter ist der Bussard häufig auch an Autobahnen zu beobachten, wo er oft auf Schildern sitzt und darauf wartet, dass Aas anfällt. Seinen Horst legt der tagaktive Vogel gern in Waldrandnähe oder an Lichtungen in etwa 10 bis 20 Meter Höhe an. Anfang April legt das Weibchen zwei bis sechs Eier. Die Jungen schlüpfen nach etwa fünf Wochen und sitzen noch einige Wochen im Nest. Selbst nach dem Ausfliegen werden die Jungbussarde noch etwa fünfzig Tage von den Altvögeln versorgt, bevor sie selbständig sind.
In dieser Zeit verhält sich der Bussard territorial und verteidigt seinen Nachwuchs nicht nur gegenüber anderen Tieren. Deshalb gilt es, aufzupassen und die Joggingstrecke ein wenig abzuändern, sollte man Jungvögel oder Elterntiere in der Nähe bemerken. Spaziergänger und Biker bleiben in der Regel unbehelligt.



Für Rückfragen:
Berthold Langenhorst
Pressesprecher
Tel.: 06441-67904-17
Mobil: 0170-8347614

 

 

NABU Odenwaldkreis, 14.04.2011

 

Unter einem Dach - mit Glücksboten und geschickten Flugkünstlern

NABU Odenwaldkreis setzt Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ auch 2011 fort

Begonnen hat es mit der Auszeichnung von Häusern in Breuberg und Nieder Kinzig. Geendet hat das Jahr 2010 mit der Auszeichnung von insgesamt 67 Häusern im Odenwaldkreis.

Nun soll die Aktion “Schwalbenfreundliches Haus“ auch im Jahr 2011 eine erfolg-reiche Fortsetzung finden. Die ersten Schwalben wurden bereits vor Wochen gesichtet.

Im Rahmen der Eröffnung der Vogelstimmen- und naturkundlichen Wanderungen am Karfreitag, 22. April 2011-Beginn 9 Uhr-, verleiht der 1. Vorsitzende des NABU Odenwaldkreis, Herr Gerhard Germann, der Familie Kares in Asselbrunn die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“.

Die Familie Kares duldet seit vielen Jahren mehr als 20 Nester an ihrem Haus, die alljährlich von den Mehlschwalben bewohnt werden.

Schwalben galten früher als Glücksboten. Auch heute begeistert die Rückkehr der Schwalben nach einem langen Winter noch viele Menschen. Die Ankunft der ersten Schwalbe wird häufig besonders zur Kenntnis genommen, "obwohl eine Schwalbe noch keinen Sommer macht". Dem Volksglauben nach schützen Schwalben das Haus vor Brand und Blitzeinschlag und das Vieh im Stall wird von den sympathischen "Schwätzern" vor Krankheiten bewahrt.

Als Kulturfolger haben sich Mehl- und Rauchschwalben an eine vom Menschen geprägte Umgebung angepasst. Dennoch gehen die Schwalbenbestände seit Jahren zurück, den Vögeln fehlt es bei uns an geeigneten Bedingungen zum Brüten. Die Ursachen hierfür sind längst bekannt. Vor allem der Mangel an geeignetem Nestbaumaterial sowie fehlende Nistplätze machen den Schwalben das (Über-)Leben schwer.

Sie bauen ihre kunstvollen Nester aus Lehm. Jahrzehntelang fanden sie zur Genüge lehmiges Bodenmaterial in feuchten Pfützen auf Feldwegen oder auf ungepflasterten Plätzen. Heute ist der Großteil dieser Flächen versiegelt. Veränderte Hygiene-vorstellungen sowohl in der Landwirtschaft als auch in Privathaushalten lassen keinen Raum mehr für Schwalbennester. Viele Menschen stört der vor allem zur Fütterungs-zeit anfallende "Dreck". Schwalben sind bei ihnen nicht mehr gerne gesehen.

 

Viele Nester werden entfernt, zur Vergrämung werden Flatterbänder oder Netze gespannt und auch manche Viehställe sind heutzutage völlig steril und verschlossen. Hinzu kommt, dass es den Schwalben durch die Aufgabe vieler landwirtschaftlicher Betriebe an ausreichender Insektennahrung mangelt. Außerdem kommen sie bei ihrer Nahrungssuche über intensiven landwirtschaftlichen Flächen vermehrt in den tödlichen Kontakt mit Bioziden. Und nicht zuletzt birgt auch der jährliche Zug in die Überwinterungsgebiete seine Gefahren: In südlichen Ländern gelten viele Singvögel als Delikatesse und werden immer noch bejagt.

Noch freuen wir uns über die Rückkehr der Schwalben, die endlich den Sommer verkünden. Doch was, wenn bald gar keine Schwalben mehr am Odenwälder Sommerhimmel fliegen?

Wer den weiteren Rückgang der kleinen Flugkünstler verhindern möchte, der kann auf einfache Weise helfen. Verschiedene Hilfsmöglichkeiten für Schwalben haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Der NABU ruft alle Schwalbenfreunde und solche, die es werden wollen, dazu auf, sich an der Aktion zu beteiligen und sich um die Auszeichnung zu bewerben. Wer will, kann Schwalben- oder Mauerseglerbetreuer werden. Viele Mitstreiter werden noch benötigt. Auch Berufsgruppen, die an Gebäuden Schwalben begegnen, sind zum Mitmachen aufgerufen. Melden Sie sich – den Schwalben und Mauerseglern zu liebe.

Informationen zu den Teilnahmemöglichkeiten und sonstigen Fragen zum Schwalben- und Mauerseglerschutz gibt es beim NABU Kreisverband unter der Telefon Nr. 06061-4817 oder bei den örtlichen NABU Gruppen oder Sie besuchen unsere Interseite unter www.nabu-odenwaldkreis.de. Ein K(B)lick lohnt immer!

NABU Hessen

 

25.11.2010

Verantwortung für ein Stück Natur

NABU Hessen beruft 200. Schutzgebietsbetreuerin

Wetzlar. Mit Korinna Seybold-Hase aus Bad König hat der NABU Hessen am 24. November die 200. hessische Schutzgebietsbetreuerin berufen. NABU-Schutzgebietsbetreuer sind offizielle Ansprechpartner des Naturschutzbundes für wertvolle Wälder, Gewässer und Wiesen in Hessen. Sie kontrollieren die Entwicklung der Naturschutzflächen, setzen die Fachverwaltung über Missstände ins Bild und informieren die Öffentlichkeit über ihre Tier- und Pflanzenwelt. „Dass sich innerhalb von zwei Jahren 200 Naturinteressierte aus ganz Hessen gemeldet haben, um ehrenamtlich regionale Schutzgebiete zu betreuen, zeigt, wie wichtig den Menschen die Natur vor ihrer Haustür ist“, zieht Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen, zum Ende des zweiten Projektjahres Bilanz.

Jeder Schutzgebietsbetreuer kümmert sich um eine bestimmte Naturschutzfläche in der Nähe seines Wohnortes. So betreut die 200. Schutzgebietsbetreuerin Korinna Seybold-Hase das europäische Schutzgebiet ‚Grünlandbereiche östlich von Brensbach‘ im Odenwald. Die Übernahme der Verantwortung für die wertvollen Wiesenbiotope ist ihr erster größerer Einsatz für den Naturschutz. Projektleiter Maik Sommerhage erklärt, dass jeder, der sich für die Natur interessiere, NABU-Schutzgebietsbetreuer werden könne. „Unser jüngster Schutzgebietsbetreuer Carl Rudolph aus Wetzlar ist gerade einmal 14 Jahre alt. Er führt sogar schon Schulklassen über das Schutzgebiet ‚Weinberg‘ und zeigt ihnen die Tiere und Pflanzen.“ Karl Staiber aus Bad Arolsen ist mit 92 Jahren der älteste hessische Schutzgebietsbetreuer und umsorgt das Vogelschutzgebiet ‚Twistestausee‘.

Mit dem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Projekt ‚Schutzgebietsbetreuer“ möchte der NABU Menschen motivieren, sich für die Natur in ihrer Gemeinde einzusetzen. „Nicht die Kontrolle der Gebiete steht im Mittelpunkt der Aufgaben eines Schutzgebietsbetreuers, sondern vor allem die Information der Bevölkerung über die regionale Naturschätze“, so Sommerhage. Viele Schutzgebietsbetreuer böten Naturführungen an, um interessierten Mitbürgern die Pflanzen und Tiere der wertvollen Biotope zu zeigen und sie für den Schutz der Natur zu sensibilisieren. „Wir freuen uns besonders darüber, dass die Schutzgebietsbetreuer ehrenamtlich tätig sind“, betont der Landesvorsitzende Eppler.

Zur Weiterqualifizierung der Schutzgebietsbetreuer bietet der NABU Hessen regelmäßige regionale Treffen an, auf denen sich die NABU-Aktiven austauschen und zu Themen rund um den Naturschutz fortbilden können. Ein besonderes Angebot, so Sommerhage, sei der Ausbildungskurs zum „zertifizierten Schutzgebietsbetreuer“, der in Zusammenarbeit mit der Naturschutzakademie Hessen in Wetzlar durchgeführt werde. „In dem Kurs bereiten wir jeweils zwanzig Schutzgebietsbetreuer in einer 72-stündigen Ausbildung umfassend auf die Aufgaben als Schutzgebietsbetreuer vor“, so Sommerhage. Der erste Lehrgang im Rahmen des Projektes endet am 28.11.2010 mit einer Abschlussprüfung.


Für Rückfragen:
Maik Sommerhage
Tel.: 06441-67904-22
Mobil: 0171-1583425

Für die Berichterstattung vermittelt der NABU Hessen gerne Kontakt zu regionalen Schutzgebietsbetreuern in ganz Hessen.

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