Wiesenpflege

Blütenreiche Wiesen werden immer seltener, häufiges Mähen und vor allem zu frühes Mähen sind die Hauptursachen. Wird eine Wiese öfters im Jahr gemäht, erreichen viele Blühpflanzen und Wildkräuter nicht mehr die Samenreife. Die Flora dieser Wiesen verarmt und schnittunempfindlichere Arten wie z. B. breiter Wegerich oder Gräser werden vorherrschend. Verheerend auf den Tier- und Pflanzenreichtum in den Streuobstwiesen wirkt sich jedoch der Rückschnitt im wöchentlichen Turnus aus.

Häufig ist diese Praxis in Gärten zu beobachten, die als Wochenendgrundstücke genutzt werden. Das Ergebnis dieser Intensiv-Pflege ist rasenartiger, eintöniger Aufwuchs, der nur noch wenigen Tierarten einen Lebensraum bietet.

Grundsätzlich bedeutet jede Mahd einen gravierenden Eingriff für die Vegetation und für die dort lebenden Tierarten. Die Struktur der Wiese wird verändert und mit ihr das Kleinklima. Pflanzenstängel als Rückzugsraum oder zur Befestigung z. B. von Spinnennetzen gehen verloren, aber auch die Nahrungsgrundlage wird vielen Tieren auf einmal großflächig entzogen.

 

Hinzu kommt, dass viele Kleintiere, Insekten, Amphibien und Reptilien beim Mähen getötet oder verletzt werden. Einige Vogelarten hingegen wie der Steinkauz benötigen gelegentlich gemähte und damit niedrigwüchsige Bestände für eine erfolgreiche Jagd auf Mäuse, Laufkäfer und andere Kleintiere.

Für eine naturverträgliche Mahd empfiehlt der NABU deshalb, unabhängig vom Mähgerät, einen Schnitt mindestens sieben bis acht Zentimeter oberhalb der Bodenoberfläche. Dadurch bleiben viele Tiere, die in Bodennähe leben, von den Messern verschont. Besonders wichtig: nur zwei bis maximal drei Mahdtermine im Jahr. Der erste Schnitt sollte in der Regel erst im Frühsommer - abhängig von der Höhenlage des Standortes zwischen Mitte Juni und Mitte Juli - erfolgen. Gestaffelte Mahd (zeitlich und räumlich gestaffelt), wirkt sich besonders förderlich auf den Artenreichtum in den Streuobstwiesen aus.

 

Wollen auch sie eine artenreiche Blumenwiese anlegen, beachten Sie bitte, dass Sie zu diesem Zweck nur Sämereien verwenden, die der ortstypischen Flora entsprechen und zu den Bodengegebenheiten passen.

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