Wildbienen/Hummeln/Wespen/Hornissen

Jeden Frühling beginnt aufs Neue das Summen und Brummen in den Gärten und auf den Wiesen.

Ob dick und pelzig, mit auffälliger schwarz gelber Zeichnung, in schillerndem dunkelblau oder in unauffälligem Erdbraun. Mit den ersten Blüten sind die  Hummeln und Bienen aus dem Winterschlaf erwacht und spätestens im Sommer geben sich beim gemütlichen Kaffee und Kuchen im Garten auch die Wespen wieder ein Stelldichein. 

Damit Sie einen kleinen Einblick in das Leben von Wildbienen, Wespen und Co bekommen, haben wir die wichtigsten Informationen zusammengetragen

Sollten Sie sogar ein Nest von ihnen im Garten finden, bedenken Sie bitte:

Alle wildlebenden Hummeln, Bienen und Hornissen sind besonders geschützte Arten nach dem Bundesnaturschutzgesetz (ihre Nester dürfen somit auch nicht ohne behördliche Genehmigung zerstört oder umgesiedelt werden).

 

In Deutschland gibt es über 550 Bienenarten, dazu gehören auch die Hummeln.

Grundsätzlich lassen sich die Hautflügler, die schon seit 400 Mio. Jahren auf der Erde leben, in staatenbildende und solitär lebende Arten unterteilen:

 
Staatenbildende Arten:

Die Insektenstaaten von Hornissen, Wespen, Bienen und Hummeln sind nur einen Sommer aktiv (Ausnahme: Honigbiene). Im Spätsommer werden - meist durch spezielle Futtergaben oder Abgabe von unbefruchteten Eiern gesteuert - Männchen und Königinnen erzeugt. Diese paaren sich dann im so genannten Hochzeitsflug. Damit hat der Staat im Grunde seine Aufgabe erfüllt, was bedeutet,dass alle Tiere, außer die befruchteten Königinnen, im Laufe der nächsten Wochen, spätestens mit den ersten Frösten sterben werden.

Jede Königin sucht sich vor Beginn der kalten Jahreszeit einen frostsicheren Ort für ihre Winterruhe, dies kann ein Dachböden, in Mauerritzen, unter Baumrinden oder in einem Holzstapel sein.

Nach der Winterpause erwacht sie mit den ersten warmen Tagen im Frühjahr und beginnt damit einen geeigneten Nistplatz zu suchen, ein neues Nest zu bauen, legt einige Eier ab und zieht diese erste Generation an zukünftigen Arbeiterinnen selbst auf. Diese vergrößern dann das Nest und übernehmen nun die Versorgung der Eier und Larven. Die größte Individuenzahl wird im Hochsommer erreicht, dann werden wiederum neue Königinnen und Männchen produziert, womit sich der jährliche Zyklus schließt. Bei einem Hummelvolk entstehen so aus einer Königin im Laufe des Sommers einige hundert Nachkommen. 

Diese kurze Entwicklungsbeschreibung gilt grundsätzlich für alle Arten aus dieser Gruppe, variiert aber natürlich von Art zu Art und die Größe der Völker sowie die zeitliche Entwicklung des "Volkes" können sehr unterschiedlich sein.

 

Hier noch einige interessante Informationen:

  • in Deutschland leben ca. 30 Hummelarten, diese produzieren ähnlich wie die Honigbiene auch Wachs aber nur zum Eigengebrauch, sie verständigen sich ua. mithilfe einer rudimentären Tanzsprache
  • von den Wespenartigen leben 630 Arten in Deutschland, sie legen keine Nahrungsdepots an, sondern jagen für Ihre Brut andere Insekten und snd deshalb ausgezeichnete Schädlingsbekämpfer
  • die Honigbienen müssen für 1 Liter Honig ca. 10.000.000 Blütenbesuche absolvieren und dabei 60.000 km zurücklegen, für 1 kg Wachs verzehren die Bienen wiederum 7 kg Honig
  • sowohl Wespen als auch Hummeln können mit einer Geschwindigkeit von bis zu 20 km/h fliegen
  • Nur wenige Arten errichten Nester an Häusern oder in Hohlräumen - die meisten bauen Erdnester.
  • Verlassene Nester werden im Folgejahr nicht wieder bezogen.
  • Halten Sie zu Wespen- und Hornissennestern immer ausreichend Abstand , sonst können sich die Tiere bedroht fühlen; direkte Störungen am Nest können ein Selbstverteidigungsverhalten des ganzen Volkes auslösen 
  • Längst nicht alle Arten können stechen - die heftigsten Reaktionen gibt es für den Menschen bei Hornissen- und Wespenstichen; aber auch hier ist keine Panik angebracht: wenn keine spezielle Allergie vorliegt, geht auch von diesen Arten keine ernsthafte Gefährdung für die Gesundheit aus. Lediglich Stiche in empfindliche Bereiche wie Augen oder Atemwege erfordern einen umgehenden Arztbesuch.
  • die männlichen Tiere (Drohnen) besitzen keinen Stachel 

 
Solitäre Arten:

Dazu gehören die meisten Wildbienen. Die Weibchen suchen nach der Befruchtung geeignete Orte zur Eiablage auf, um dort einzelne Eier ab- und ein Futterdepot anzulegen 

Geeignete Orte für die Ablage sind Mauerritzen, Hohlräume zwischen Steinen,  Röhrichtstängel, Ausfluglöcher von anderen Insekten in Totholz oder Erdhügel.

Der Ablageplatz wird dann von einigen Arten wieder sorgfältig verschlossen. Durch das Futterdepot entwickeln sich die Jungtiere selbstständig und fliegen dann nach einer bestimmten Larvenphase vollentwickelt aus.


Nicht nur als Blütenbestäuber sind Wildbienen und Hummeln von großem Nutzen, aufgrund ihrer Vielfalt und interessanten Lebensweise erfreuen sie sich bei vielen Naturgärtnern großer Beliebtheit und zunehmend finden auch ihre wehrhafteren Verwandten, wie Wespen und Hornissen, ihr Freunde...

Möchten Sie diese interessanten Nützlinge in den eigenen Garten locken, sollten Sie ein paar Dinge beachten:

  • es sollte möglichst eine Vielzahl an heimischen Gehölzen und Wildblumen in ihrem Garten beheimatet sein
  • auch Insekten haben Durst, flache Vogeltränken, in die kleine Steine gelegt werden, eignen sich perfekt zum Trinken

Als Nisthilfen können Sie folgendes anbieten:

  • Stein-, Sand-, Erd- oder Totholzhaufen an einem sonnigen Standort sind ideal für viele Erdbienen und -wespen
  • flache, offene und trockene Bereiche mit lockerem Boden werden zum unterirdischen Nestbau benutzt
  • Mauerritzen werden von der Mörtelbiene gern angenommen
  • vorgebohrte Hartholzblöcke oder Baumscheiben, sonnig angebracht, werden ebenfalls gern besiedelt
  • genauso gebündelte (glatt abgeschnittene) Röhrichtstängel 
  • Lehmhaufen locken wieder andere Arten an
  • Spezielle Hummelkästen für Erd- oder Waldhummeln gibt es als Bausatz oder fertig zu kaufen und werden recht schnell angenommen

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Wer im größeren Umfang helfen möchte kann auch ein sogenanntes Insektenhotel bauen.

Dazu erfahren Sie unter "Naturschutztipps" <<  mehr

 

Den Wespen und Hornissen können Sie schon helfen, indem Sie sie im Garten dulden.

Ihre Hochsaison beläuft sich meist sowieso nur auf Ende Juli bis August.

Bereits im September beendet das Volk ohnehin seine Aktivitäten und alte Nester werden nicht wieder besiedelt.

Natürlich können Sie aber auch Hornissen bei der Wohnungssuche helfen, für sie gibt es ebenfalls speziellen Nistkästen.

Machen Sie uns stark

hier können Sie helfen

Natur des Jahres

Mitglieder Magazin

naturgucker.de