Biotopschutz

 

Das Mittelgebirge Odenwald beherbergt eine enorme ökologische Vielfalt.
Verschiedenste Lebensraumtypen bilden eine unverwechselbare Koexistenz.
Mischwald und Streuobstwiesen wechseln sich ab mit landwirtschaftlich genutzten Flächen und Feuchtbrachen, Gehölzstrukturen durchziehen die Wiesen und Felder.

 

 

Um diesen einzigartigen Biotopverbund zu erhalten setzt sich der NABU Odenwaldkreis seit vielen Jahren aktiv für den Schutz von Lebensraum und Landschaft ein.

Zahlreiche Flächen werden von uns renaturiert, gepflegt und betreut.

Hier erhalten Sie einen kleinen Einblick in die verschiedensten Biotoptypen um deren Erhalt sich der NABU Odenwaldkreis bemüht:

 

Streuobstwiesen

 

Hier finden sich Gehölzstrukturen neben unterschiedlichen Wiesenaspekten, weshalb sich Streuobstwiesen durch einen besonders hohen Arten- und Individiuenreichtum auszeichnen. Gleichsam dienen sie als Rückzugsgebiete für Arten, die durch intensive Landwirtschaft immer mehr verdrängt werden.

Bis zu 21 Säugetier-, 55 Brutvogel- und 115 Käferarten lassen sich auf diesen Wiesen nachweisen, von denen viele auf der Roten Liste stehen. Ob Fledermäuse, Steinkauz, Grünspecht, Neuntöter, Dorngrasmücke, Wendehals, Gartenrotschwanz, Wildbiene oder Schlafmaus, sie alle nutzen diesen Lebensraum.

Nicht umsonst gelten die Streuobstwiesen daher als der HOT SPOT der biologischen Vielfalt nördlich der Alpen.

Die Aufgabe des NABU Odenwaldkreis liegt darin, diese Biotope durch Pflegemaßnahmen ( Mahd, Pflegeschnitte, vor Verbuschung schützen) zu erhalten und durch Neuanpflanzung zu vermehren.

 

Artenreiche Wiesen

 

Zahlreiche Flächen die sich im Eigentum des

NABU Odenwaldkreis befinden werden als "artenreiche Wiese" bezeichnet.

Sie stellen ebenfalls wie die Streuobstwiesen einen wichtigen Lebensraum dar der von vielen Tierarten als Brut- oder Nahrungshabitat genutzt wird.

Ob es sich nun um den Dunklen Wiesenknopf -Ameisenbläuling, um verschiedenste Orchideenarten, um die Äskulappnatter oder den Neuntöter handelt, sie alle profitieren von einer naturschutzgeprägten Grünlandpflege. Tätigkeitsschwerpunkt liegt hier auf der einmaligen Mahd oder extensiver Beweidung.

 

NABU Steinbuch
NABU Steinbuch

Blühstreifen 

 

Blühstreifen sind kleine Flächen, die meist randlich der Ackerschläge angelegt und mit entsprechenden Saatgutmischungen angesät werden.

Dünge- und Pflanzenschutzmittel werden auf diesen Flächen nicht angewendet.

Viele Bundesländer unterstützen das Einbringen von Blühstreifen in ihren Agrarumweltprogrammen mit Fördermitteln.

Das Anlegen solcher Blühstreifen erhöht die Artenvielfalt, da sie eine wichtige Funktion als Nahrungs- und Fortpflanzungshabitat erfüllen. Zudem werden damit landwirtschaftliche Nützlinge unterstützt, die biologische Schädlingsbekämpfung leisten. Weitere Vorteile aus den Blühstreifen ergeben sich daraus, dass sie wichtige Rückzugslebensräume in der Erntezeit darstellen, sie geben vielen Wildtieren Deckung und Schutz im Winter und fungieren als Erosionsschutzstreifen gegen den Abtrag wertvoller Bodendeckschicht.

Eine Pflanzliste, wie sie von der OG Steinbuch für die Anlage von zwei Blühstreifen benötigt wurde, können Sie hier einsehen

Pflanzenliste Blühstreifen
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NABU Steinbuch
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Grünschnittkompostierungsanlage

 

Mit dieser Fläche in einem ehemaligen Steinbruch hat der NABU Odenwaldkreis ein ganz besonderes Biotop in die Betreuung übernommen.

In Eigenarbeit wurde die Fläche entbuscht, Tümpel wurden frei- bzw. angelegt und von Algen, Faulschlamm und Wasserlinsen befreit. Durch dieses Engagement ist die verwilderte Anlage ein einzigartiges Habitat für Gelbbauchunken, Schling- und Ringelnatter, Gras- und Grünfrösche, Teich-, Kamm- und Bergmolch, sowie Springfrosch und Wasserkäfer geworden.

Geschaffen wurden es mit einer Ausgleichsabgabe nach dem Hessischen Naturschutzgesetz, was aber nur dank erheblicher Eigenhilfearbeiten von Nabu-Mitgliedern reichte. Insgesamt 114 Stunden waren die Ehrenamtlichen im Einsatz. Unterstützung fand der Nabu durch die Mitarbeiter der Grünschnittdeponie, die ihnen mit Geräten und Maschinen halfen.  Inzwischen sind an der Kompostierungsanlage über 50 Gelbbauchunken gezählt worden. Jetzt haben die Tiere ihre Winterquartiere aufgesucht, etwa unter Steinhaufen.

Der Naturschutzbund hofft, dass sich die Gelbbauchunken von hier aus weiter verbreiten, denn es sei nachgewiesen, dass die Tiere bis fünf Kilometer weit im Umkreis wandern und sich auch dann womöglich woanders niederlassen, wenn sie dort geeignete Lebensmöglichkeiten vorfinden.

 

Fließ- und Stillgewässer, Feuchtbiotope

 

Im Odenwaldkreis befinden sich zahlreiche Stillgewässer und Feuchtbiotope in der Obhut des NABU. Auch hier sind unsere Ortsgruppen überaus aktiv. Sie pflegen, erneuern und renaturieren Tümpel, bringen Brutröhren an Feuchtbiotopen um damit dem Eisvogel zu helfen und schützen Quellbereiche.

Auch Fließgewässer sind im Biotopschutz inbegriffen, ob es Betreuung der Mümling mit ihren Uferbereiche oder die Bachpatenschaft für die Kinzig ist, überall sind unsere NABU Mitglieder im Einsatz.

 

Feldgehölze und Hecken

 

Gehölzstrukturen sind für Tiere unersetzbar. Sie dienen als Rückzugsgebiet, Schutz vor Wetter und Feinden, Nahrungsstätte, Ansitz für Greifvögel und als Nist-, Brut- und Überwinterungsstätte.

Sie werden oft als "Finger" des Waldes bezeichnet, verbinden sie nämlich perfekt die unterschiedlichen Lebensräume - Wald und Flur. Sie sind ein hervorragender Luftfilter, sowie Wind- und Erosionsschutz.

In Ihnen pulsiert das Leben, Igel, Echsen, Nattern, Singvögel, Falken, Bussarde oder die Waldohreule - sie alle nutzen diese Feldholzinseln.

Um dieses wichtige Bindeglied zwischen Wald und Feld zu erhalten sind unsere Ortsgruppen intensiv mit der Pflege und Betreuung von Feldgehölzen und Hecken beschäftigt. 

 

Steinbrüche

 

Mit den Steinbrüchen beherbergt der Odenwald einzigartige Bio- und Geotope.

Stillgelegte, renaturierten Steinbrüche bilden kleine Zufluchten für den Bau von Nistplätzen und bieten genügend Lebensraum, um zur heimischen Artenerhaltung beizutragen. Wo Insekten und Kleinlebewesen eine Lebensgrundlage als Futtertiere bieten, entsteht bald ein artenreicher ökologischer Kreislauf.

Tiere wie Igel, Fledermaus oder Bilch sind neben vielen anderen gern zu Gast im Steinbruch, diese locken dann wiederum Beutegreifer wie Wanderfalke oder Schleiereule an.

Auch für Zugvögel sind Steinbrüche ein wichtiger Ruheplatz auf ihrem Weg Richtung Süden und dort wo sich Tümpel und Weiher gebildet haben gehören Amphibien wie die Kreuzkröten, Gelbbauchunken, Feuersalamander oder Laubfrösche zu ihren Bewohnern.

So ist auch das vom NABU Odenwaldkreis betreute Areal des erfolgreichen Gelbbauchunkenprojekts in der Kompostierungsanlage ein ehemaliger Steinbruch.

Zwei weitere Steinbrüche befinden sich in Hainstadt und Neustadt, die von der Ortsgruppe Breuberg betreut werden. Hier gilt das Augenmerk vornehmlich den Wanderfalken, die mit 2 Brutpaaren jedes Jahr diese einzigartigen Biotope bereichern.

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