Streuobstwiese „Im Hägel“ - Kirchbrombach

Die Gemeinde Brombachtal hat im Rahmen der Bebauung „Eichelsweg“ als Ausgleichsmaßnahme die Anlage einer Streuobstwiese zu schaffen. Die Pflanzung erfolgte im Herbst 2018 durch die NABU Gruppe Mitteleres Mümlingtal (damals Zell); seitdem übernimmt die NABU Gruppe die laufenden Pflegearbeiten und erhält dafür einen finanziellen Ausgleich der Gemeinde. Die Fläche umfasst 4.719 m²; es wurden ursprünglich 24 Bäume und weitere Sträucher gepflanzt und später weitere Bäume ergänzt sowie abgestorbene Exemplare ersetzt.

Die NABU Gruppe führt regelmäßig den Erziehungsschnitt, die extensive Pflege der Wiese und eine schonende Mahd durch, um die Struktur und Vitalität der Obstbäume zu erhalten. Für besondere Trockenperioden im Sommer wird die Bewässerung der jungen Bäume mit Unterstützung der Gemeinde und der Feuerwehr organisiert.

 

Bepflanzung und landschaftliche Gestaltung

Auf der Wiese wurden Apfelbäume, Birnen, Kirschen, Mirabellen, Quitten sowie heimische Wildsträucher wie Weißdorn, Haselnuss und Holunder gepflanzt. Ergänzend wurde eine Benjeshecke und eine Wildrosenhecke angelegt; zusammen mit einem alten Birnenbaum bilden sie den Abschluss des Grundstücks. Weiterhin wurden in den letzten Jahren die vom Geo-Naturpark Bergstrasse-Odenwald prämierten Sorten „Obstbaum des Jahres“ ergänzt, was die Sortenvielfalt und den kulturellen Wert der Anlage stärkt. Diese sind mit eigenen Infotafeln des Geo-Naturparks beschrieben.

 

Ökologische Bedeutung der Streuobstwiese

Streuobstwiesen sind Hotspots der Biodiversität. Sie bieten Lebensraum für Insekten, Vögel, Kleinsäuger und Bodenorganismen und fördern damit lokale Nahrungsnetze. Die strukturreiche Kombination aus Altbäumen, Jungbäumen, Hecken und extensiv genutzter Wiese schafft vielfältige Nischen für Bestäuber und seltene Arten. Darüber hinaus tragen Streuobstwiesen zur Bodenstabilisierung, Kohlenstoffbindung und Wasserrückhaltung bei und erhöhen die Landschafts- und Klimaresilienz. Als traditionelle Kulturlandschaft bewahren sie genetische Vielfalt alter Obstsorten und sind wichtige Elemente für ökologische Vernetzungskorridore in der Agrarlandschaft.

 

Soziale und kulturelle Funktionen

Die Streuobstwiese dient nicht nur ökologischen Zwecken, sondern auch der Bildung, Erholung und Gemeinschaftspflege. Pflegeeinsätze, Pflanzaktionen und Erntefeste stärken das lokale Engagement und vermitteln Wissen über Obstbaumpflege, alte Sorten und naturnahe Bewirtschaftung. Die Anlage ist damit ein lebendiger Ort für Naturerfahrung und generationenübergreifende Begegnungen.

 

Fotos und Text Claudia Scholz